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Profil unserer Ausbildung

Grundlegendes

Jeder Getaufte ist ein Priester. Das stellt Martin Luther 1520 in einer ber√ľhmten Schrift fest: ‚ÄěAn den christlichen Adel deutscher Nation. Von des christlichen Standes Besserung.‚Äú Luther sagt darin, dass alle, die ‚Äěaus der Taufe gekrochen sind‚Äú zum priesterlichen Dienst berufen sind. Dieser Dienst kann zum einen den Gottes-Dienst im Alltag ‚Äď in Beruf und Familie – umfassen, zum anderen den Dienst in der Kirche selber. Dazu muss man nicht geweiht sein, jedoch von der Kirche ordnungsgem√§√ü berufen (vgl. Artikel 14 des Augsburger Bekenntnisses).

Die Evangelische Landeskirche in Baden kennt zwei Formen der Berufung: die Ordination und die Beauftragung. Pfarrerinnen und Pfarrer werden ordiniert; alle anderen, die am Predigtamt Anteil haben, werden beauftragt. Letzteres gilt auch f√ľr Pr√§dikantinnen und Pr√§dikanten. √úber sie hei√üt es in Artikel 97 unserer Grundordnung:

‚ÄěGemeindeglieder k√∂nnen nach angemessener Ausbildung und Zur√ľstung mit Aufgaben des Predigtamtes beauftragt werden (Pr√§dikantinnen und Pr√§dikanten). Sie nehmen ihren Dienst selbst√§ndig und mit zeitlicher Befristung im Kirchenbezirk wahr. Ihr Dienst umfasst alle Arten von Gottesdiensten‚Äú. Das schlie√üt die Sakramentsspendung (Taufe und Abendmahl) ebenso ein, wie Trauungen, Bestattungen oder Gottesdienste in Heimen und Krankenh√§usern.

Nahezu 15 Prozent aller Gottesdienste in der Evangelischen Landeskirche Badens werden von Prädikantinnen und Prädikanten geleitet. Von ihnen gibt es in unserer Kirche zur Zeit ca. 450.

Ziel der Ausbildung

Gemeindeglieder aus sehr unterschiedlichen Berufs- und Lebenszusammenh√§ngen, sollen dazu bef√§higt werden, ihre Begabungen und Erfahrungen in den Dienst der Verk√ľndigung zu stellen und so diesen Dienst reicher und vielf√§ltiger zu gestalten. Sie verrichten diesen Dienst ehrenamtlich.

Voraussetzungen

In einem persönlichen Gespräch mit dem/der Bezirksbeauftragten werden die Voraussetzungen zum Prädikantendienst besprochen. In unserer Landeskirche gelten folgende Kriterien:

  • Bef√§higung zum Kirchen√§ltestenamt
  • Pers√∂nliche Eignung zum Dienst im Predigtamt
  • Einbindung in das gemeindliche Leben der Kirchengemeinde
  • Lebenserfahrung, die durch den Abschluss einer Berufsausbildung zum Ausdruck kommen kann
  • k√∂rperliche Voraussetzungen und psychische Belastbarkeit

Zugang zur Ausbildung

Nach dem Gespr√§ch mit dem oder der Bezirksbeauftragten und dem Votum des √Ąltestenkreises/Kirchengemeinderat, schl√§gt der Bezirkskirchenrat bzw. der Stadtkirchenrat dem/der Landeskirchlichen Beauftragten f√ľr den Pr√§dikantendienst Gemeindemitglieder vor, die geeignet sind und die Ausbildung absolvieren wollen. Diese werden zu einem Gespr√§ch mit einer Zulassungskommission eingeladen. Diese √ľberzeugt sich von der pers√∂nlichen Eignung des Vorgeschlagenen und bespricht vor allem den Ausbildungsgang. Dieser kann, weil er modular aufgebaut ist und entsprechende Vorbildungen ber√ľcksichtigt, variieren. Nach der Zulassung weist der/die Bezirksbeauftragte dem zuk√ľnftigen Pr√§dikanten bzw. der zuk√ľnftigen Pr√§dikantin einen Mentor oder eine Mentorin zu. In der Regel ist das ein Gemeindepfarrer oder eine Gemeindepfarrerin aus dem Kirchenbezirk.

Ausbildungsgang

Die Ausbildung ist in acht Basismodule und¬†acht¬†Erg√§nzungsmodule unterteilt. Die Basismodule finden an acht Wochenenden statt und sind auf ein Jahr verteilt. Sie orientieren sich an dem, was man k√∂nnen muss, wenn man einen ‚Äěnormalen‚Äú Sonntagsgottesdienst leitet: Liturgie, Predigt, Taufe und Abendmahl. Je nach Vorbildung k√∂nnen einzelne Module erlassen werden. Nach den Basismodulen und bestandenem Kolloquium erfolgt die erste Beauftragung f√ľr die Dauer von sechs Jahren. In diesem Zeitraum sind die acht Erg√§nzungsmodule zu besuchen. Diese widmen sich der Vertiefung der liturgischen, homiletischen und theologischen Kompetenz. Zwei Erg√§nzungsmodule werden jeweils an einem Wochenende (Freitag-Sonntag) zusammengefasst. Je nach Vorbildung k√∂nnen auch hier einzelne Module erlassen werden. Es empfiehlt sich, die Erg√§nzungsmodule gleich an die Basismodule anzuschlie√üen. In der Ausbildungszeit werden die zuk√ľnftigen Pr√§dikantinnen und Pr√§dikanten vor Ort von ihrem Mentor bzw. ihrer Mentorin begleitet und beraten. Von deren Kanzelrecht bzw. Ordinationsrechten leiten die zuk√ľnftigen Pr√§dikanten/-innen w√§hren der Ausbildung das REcht zur Wortverk√ľndigung und Sakramentsverwaltung ab. F√ľr die Ausbildung selber ist der Landeskirchliche/die Landeskirchliche Beauftragte f√ľr den Pr√§dikantendienst verantwortlich. Er wird vom Ausschuss f√ľr Pr√§dikatenarbeit beraten.

Die Basismodule und die Erg√§nzungsmodule werden im Margarete Ruckmich Haus in Freiburg und im Bildungshaus Bruder Klaus in Mosbach-Neckarelz druchgef√ľhrt.

Arbeits- und Ausbildungsmaterial

Zu Beginn der Ausbildung erhalten die Prädikantinnen und Prädikanten Agenden und Materialien von der Badischen Landeskirche.

Pr√§dikantinnen und Pr√§dikanten erhalten im Lauf der Ausbildung Zugang zu den W√ľrttemberger Lesepredigten, die Anmeldung erfolgt √ľber den Pr√§dikantendienst.

Persönlich aufzubringende Kosten und Entschädigungen/Erstattungen

Der Eigenbeitrag¬†f√ľr die¬†Basis- und Erg√§nzungsmodule, siehe unten, betr√§gt 30¬†‚ā¨ pro Wochenende. F√ľr¬†Fortbildungskurse betragen die Eigenanteile¬†15 ‚ā¨, 25 ‚ā¨ oder 35 ‚ā¨ (abh√§ngig von der Anzahl der √úbernachtungen).

Die Fahrtkosten zu den Aus- und Fortbildungen werden erstattet.

Die Pr√§dikantinnen und Pr√§dikanten versehen ihren Dienst ehrenamtlich. Sie erhalten hierf√ľr eine¬†Aufwandsentsch√§digung von 24 ‚ā¨ pro Gottesdienst¬†und 12 ‚ā¨ f√ľr jeden weiteren Gottesdienst am gleichen Tag.¬†W√§hrend ihres Dienstes, einschlie√ülich der Hin- und R√ľckfahrt, sowie bei Teilnahmen an R√ľstzeiten genie√üen sie Versicherungsschutz. Bei Sachsch√§den, die sie selbst zu tragen haben, kann entsprechend den f√ľr die Dienstunfallf√ľrsorge f√ľr Pfarrer/Pfarrerinnen geltenden Bestimmungen von der Landeskirche Ersatz geleistet werden.

Aufbaukurs

In der vorhergehenden Ausbildung wurde zwischen Grundkurs und Aufbaukurs unterschieden. F√ľr jene, die bisher einen Grundkurs absolviert haben, wird weiterhin ein Aufbaukurs angeboten. Er konzentriert sich auf die Predigt und besteht aus den Basismodulen 7 und 8 (Basismodule) und aus den Erg√§nzungsmodulen 3A und 3B sowie 4A und 4B (Erg√§nzungsmodule).

Der Aufbaukurs, der in einem Jahr absolviert oder auf zwei Jahre verteilt werden kann, findet in Freiburg und Mosbach-Neckarelz statt.