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Geistlicher Impuls zum Wochenspruch am Sonntag Trinitatis

Die Gnade unserer Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. (2. Korinther 13, 13)

„Adieu!“ Gott befohlen! Unser „Tschüss“ ist über mancherlei Umwegen aus „Adieu“, aus „Gott befohlen!“ entstanden. Wenn wir uns voneinander verabschieden – Tschüss sagen – befehlen wir uns einander, oft ohne daran zu denken – Gott an.

Für uns Christenmenschen ist der Gott, dem wir uns anbefehlen, ein drei-einiger Gott: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Im Namen dieses drei-einigen Gottes werden wir getauft. In seinem Abschiedsgruß an die Korinther nimmt Paulus darauf Bezug. Er setzt Christus und seine Gnade an die erste Stelle. Für uns hat sich aufgrund von theologischen Entscheidungen und vermittelt durch das Glaubensbekenntnis die Reihenfolge Vater, Sohn und Heiliger Geist eingebürgert. Aber was bedeutet das eigentlich – an einen drei-einigen Gott glauben?

Wir werden in diese Welt geboren, ohne dass uns jemand fragt. Wir werden in eine Familie geboren, die wir uns nicht ausgesucht haben. Wir werden in ein Land hineingeboren, das wir nicht bestimmt haben. In einen Körper, den wir nicht gewählt haben. Wir können darin ein dumpfes Schicksal sehen, das wir hinnehmen müssen. Aber wir können das Leben auch als Gabe Gottes sehen und darin einen Auftrag entdecken, dass wir zur Freiheit der Kinder Gottes berufen sind. Seine Liebe hat uns gewollt. Jede und jeden einzelnen von uns. Von Anfang an. In und für diese Liebe zu leben – dazu sind wir bestimmt.

Ein Kind, das geboren worden ist, ist auf seine Eltern angewiesen. Sie sind für ihr Kind da. Sie vermitteln ihrem Sohn oder ihrer Tochter den Mut zum Leben. Doch dieser Mut wird immer wieder auf die Probe gestellt. In dieser Welt kann es bisweilen gnadenlos zugehen. Darum bekommen wir Christenmenschen einen Freund und Bruder zur Seite gestellt: Jesus Christus, der für uns gekreuzigt wurde und für uns auferstanden ist. So haben wir noch in den dunkelsten Stunden jemand, der uns nahe ist und uns Hoffnung gibt. Seine Gnade geht uns niemals verloren.

Und: In dieser Welt gibt es viel unguten, unheiligen Geist: Hass, Vorurteile, Kälte. Im Leben von uns Getauften aber soll ein anderer Geist regieren und unser Leben durchdringen: der Geist der Versöhnung, der Gerechtigkeit und des Friedens. Schließlich hat Gott uns nicht den Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Wo dieser Geist regiert, wächst die Gemeinschaft der Heiligen – und der Heilige Geist ist gegenwärtig.

Diesem drei-einigen Gott befehlen wir uns an, wenn wir „Adieu“ sagen. Also: „Die Gnade unserer Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.“ In diesem Sinne sagt „Tschüss“ für heute mit herzlichen Grüßen

Ihr
Dr. Dieter Splinter
Pfarrer
Landeskirchlicher Beauftragter für den Prädikantendienst
an der Evangelischen Hochschule Freiburg
Buggingerstraße 38
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