Praedicare.de

Ergebnisse der Umfrage (Winter 2021)

Liebe Prädikanten, Prädikantinnen und Interessierte,

im Juni hat die epd die Ergebnisse unserer Umfrage herausgegeben! In der epd-Reihe Dokumentation können Sie unter der Nummer 24 diesen Jahres das Heft bei der epd bestellen: https://www.epd.de/fachdienst/dokumentation/startseite. Der Titel: „Mitten im Leben! Prädikant:innen in der Evangelischen Landeskirche in Baden. Ergebnisse einer empirischen Untersuchung, Mai 2022„. In Print kostet die Ausgabe 3,60 €, digital 2,20 €.

Eine etwas reduzierte Version finden Sie hier zum Reinschnuppern!

 

Die Vollversammlung des Ökumenischen Weltrats der Kirchen in Karlsruhe 2022

„Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt“ –  Dr. Eberhard Müller (s. Bild rechts) ist Prädikant und hat an der Vollversammlung teilgenommen. 

Ute Niethammer hat mit ihm gesprochen:

Am Karlsruher Bahnhof hört man wieder Deutsch, Englisch, Französisch und ab und an Ukrainisch oder Spanisch. Fremde Laute aus Asien, Afrika und Ozeanien sind kaum noch zu hören.
Über den Karlsruher Marktplatz eilen Männer und Frauen im Business-Look, schlendern Jugendliche in Jeans und Chucks. Die bunten Gewänder aus aller Welt sind verschwunden. Als wären sie nie hier gewesen, die mehr als 4000 Menschen aus über 350 Kirchen der ganzen Welt!
Viertausend Menschen, die für acht Tage ein Motto hatten: „Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt“!

Vom 31. August bis 8. September hat die Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen Karlsruhe geprägt mit dem Geist dieses Mottos. Und jetzt?
Prädikant Dr. Eberhard Müller findet, dass diese Prägung weiterwirkt. Zeitlich und räumlich.

Und er muss es wissen, denn er war dabei!

Als Multiplikator in unsere Gemeinden hinein und Helfer bei der Vollversammlung hat der badische Prädikant ganz unterschiedliche Formate und Aspekte dieses christlichen Großereignisses mitgemacht und ist bei unserem Gespräch noch ganz erfüllt davon.

Morgenandachten, Bibelarbeiten, Gottesdienste, Plenum oder Sonderveranstaltungen – Eberhard Müller hat nichts ausgelassen. Die unterschiedlichen Zugänge zur Bibel, die eindrucksvollen Glaubenszeugnisse, die vielfältige Musik haben ihn beeindruckt.

Dass die Liebe Christi bewegt, hat er dabei buchstäblich in einem Gottesdienst erlebt:  eine Pantomimin brachte die christliche Botschaft auf ihre ganz besondere Weise zum Ausdruck. Ohne Worte kamen Hunderte von Menschen in Schwung und zum „Brodeln“. Auch bei anderen Formaten gab es Gelegenheit, die Freude am Glauben in Tanz, Rhythmus und Bewegung mit anderen zu teilen. Könnte also sein, dass der Prädikant in Zukunft seine eigenen Gottesdienste auch etwas ‚bewegter‘ gestaltet …

Für Müller hat sich noch viel mehr auf dieser Vollversammlung ereignet. Er ist überzeugt: „Das Motto ist Wirklichkeit geworden. Unter den Teilnehmenden hat es sich gezeigt und ist spürbar geworden, dass die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint! Nirgendwo habe ich Feindbilder oder böse Worte erlebt. ‚Liebet eure Feinde‘ – das war hier so, obwohl Medien oft Hass schüren und viel zum Feindbildaufbau beitragen.“

„Wirklich?“, frage ich und erinnere an die Enttäuschung, dass sich die ukrainische und die russische Delegation sich nicht öffentlich getroffen hat.

Müller lächelt: „Immerhin haben Sie sich nicht beschimpft und gegenseitig verurteilt. Wer weiß, was da unter Ausschluss der Öffentlichkeit an Gesprächen lief und welchen Weg sie gemeinsam zu gehen beredet haben …?“

Als ich skeptisch bleibe, erzählt er mir von der Exkursion „Pilgrimage towards a Nuclear Free World“. Ein Thema bei dem er sich bestens auskennt. Schließlich ist Müller seit Jahrzehnten in der Anti-Rüstungsbewegung engagiert. Ein idealer Begleiter also für die recht große Gruppe von Teilnehmenden, die mit ihm nach Bingen am Rhein (mit wöchentlichen interreligiösen Friedensgebeten), Hasselbach im Hunsrück (wo früher die Cruise-Missiles gelagert waren) und Büchel in der Eifel fuhren (wo heute noch Atomwaffen lagern).

In Bingen konnte er den Gastgebern die Besonderheit der Gruppe deutlich machen, indem er nur einen einzigen Teilnehmer vorstellte: Er freue sich, sagte Müller, dass ein orthodoxer Priester aus Moskau heute auch dabei sei.                                       Die Erkenntnis, dass ein russisch-orthodoxer Priester bei der Exkursion zu Orten des Antirüstungseinsatzes dabei war, wurde zum Hoffnungssymbol für alle. Das im Laufe des Tages professionalisierte Exkursions-Lied „Dona nobis“ wird wohl für immer eine besondere Erinnerung daran bleiben.

Übrigens hat Müller gerade die Impulse der Orthodoxen Kirchen aus Osteuropa als besonders wegweisend erlebt. In Andachten gelang es dieser Gruppe, das Thema Schöpfung und ihre Bewahrung liturgisch und inhaltlich für viele neu zum Leuchten zu bringen, findet er. Dass die Zeit des Weltwirtschaftswachstums zu Ende ist, kam auch bei vielen anderen Veranstaltungen zum Ausdruck. Letztlich geht es um nichts Geringeres als der Suche nach einem lebensfreundlichen Weg unsere gemeinsame Welt.

Der pensionierte Biologe hat in diesen Tagen in Karlsruhe vieles gehört und gesehen, was ihn hoffnungsvoll stimmt, dass dieser Weg gefunden werden kann.

Einen ganz persönlichen ‚Fund‘ hat Müller darüber hinaus auch noch gemacht: Mitten in Karlsruhe ist er einem jungen Mann aus Papua-Neuguinea begegnet – und konnte mit ihm in dessen Heimatsprache plaudern, zur Freude beider! Müller hat vor rund 40 Jahren fünf Jahre in Papa-Neuguinea gelebt und gearbeitet. Jetzt konnte er an diese Erfahrung anknüpfen und erfahren, was sich inzwischen verändert hat.

In die Freude mischt sich auch Sorge. Für Müller ist klar: „Die Menschen im Pazifik werden viel zu wenig beachtet. Sie sind die Hauptleidtragenden des Klimawandels und werden wenig gehört, weil die westliche Welt viel zu sehr mit sich und ihrem Wirtschaftswachstum beschäftig ist. Bei „Casa Comun“ (im Stadtkloster von Karlsruhe), dem gemeinsamen Haus unserer Welt wurde glaubens- und bibelbasiert daran gearbeitet, ein zukunftsfähiges, lebensfreundliches Wirtschaftssystem voranzubringen.

Wenn die Vollversammlung hier eine Änderung bewirken könnte, wäre viel gewonnen. Für die ganze Welt! Die ganze belebte Erde ist ja die Ökumene!

Ja, die Welt … In Karlsruhe hat sich die glaubende Welt für 8 Tage eingefunden. Hoffentlich dafür gesorgt, dass etwas davon bleibt: die Liebe Christi, denn die bewegt, versöhnt und eint die Welt. Die Zusage ist gewiss: Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen.

 

Das Logo:Die blauen Wellen – die Wellen der kalter Wirtschaft?Die roten Wellen – rot vom Blut der Kriege?Die Kirchenfarbe Taube: auf der Suche nach einem grünen Zweig, nach Leben?Das hellgrüne Kreuz: aufkeimendes, neues Leben?Der dunkelgrüne (Erden) Kreis: die ganze belebte Erde = Ökumene?
 

 

Predigthilfe von Dr. Leonor Ossa

Ab sofort können Sie hier Exegetisches zum jeweiligen Predigttext der kommenden Woche nachlesen!
Die Theologin Leonor Ossa stellt uns ihre Arbeit zu den Predigttexten zur Verfügung.

Zur Person Leonor Ossa geb. Kade:

Geboren 1943 in Buenos Aires, Argentinien
Ab 1963 als Stipendiatin des Ev. Studienwerks Villigst nach Deutschland, Studium der Theologie in Heidelberg, Göttingen, Tübingen und Hamburg. Abschluss 1. Theologisches Examen 1969
In Buenos Aires und Santiago de Chile als Promotionsstipendiatin bis zum Militärputsch 1973
Ab 1974 wieder Deutschland: 2. Examen und Promotion in Frankfurt/Main
Ordination und anschließend Pfarrerin der EKHN bis 1998; währenddessen Lehraufträge an der Uni Frankfurt, außerdem Exegetisch-Homiletische AG zusammen mit Prof Dr. Dieter Georgi, nach dessen Tod dies alleine bis heute,
Leonor Ossa ist verheiratet und hat eine Tochter.

Ergänzt werden die Ausführungen von Pfarrer Wolfram Blödorn

Predigthilfe für den 3. Advent

Predigthilfe für den 4. Advent

Predigthilfe für den Hlg. Abend